KOMMENTAR
Von Jürgen Heinz Peter Deutsch - Freelancer - @Deutsch_Zeit
Amerikas Ermittlung gegen Chinas Schattengeld
Großbritannien- und US-Behörden haben ein gigantisches Kryptobetrugsnetzwerk zerschlagen. Das System, hat Menschen auf der ganzen Welt, mit Cyberbetrug im industriellen Maßstab ins Visier genommen. Bitcoins im Wert von 15 Milliarden USD wurden beschlagnahmt. Es ist die historisch größte Krypto-Razzia.
Doch hinter dieser Nachricht steckt mehr: Die Staaten-Regierung hat nicht nur Keiminelle gefasst, sie hat zugleich einen versteckten roten Geldbeutel der chinesischen Machtelite aufgerissen. Denn der Hauptangeklagte ist Chen Zhi, ein kambodschanischer Staatsbürger mit chinesischer Herkunft. Er ist der Boss der Prince Group und hat enge Verbindungen zum chinesischen Ministerium für öffentliche Sicherheit.
Chen Zhi?
Vor zehn Jahren war er in China ein unbekannter junger Geschäftsmann. In nur wenigen Jahren baute er sich in Kambodscha ein riesiges Imperium auf > Immobilien, Finanzen, Casinos, Wohltätigkeit - überall war sein Name zu lesen. Er wurde sogar vom damaligen Premierminister Hun Sen zum "Berater" ins Amt gehoben. Auch der aktuelle Premierminister von Kambodscha, Hun Manet, Sohn von Hun Sen, berief Chen Zhi in diese Rolle. Ein solcher Aufstieg ist selten. Ohne mächtige Kontakte in Peking und ohne den stillen Rückhalt der Machtelite der Kommunistischen Partei Chinas wäre ein so rasanter Aufstieg schlicht unmöglich gewesen.
Die US-Anklageschrift enthüllt nun, was hinter dieser Fassade steckt - unter Chen Zhi's Führung soll die Prince Group groß angelegte Betrugsoperationen betrieben haben. In ihren Zentren seien hinter Mauern und Monitoren Tausende Menschen - Opfer von Menschenhandel - zum Betrug gezwungen worden. Jeden Tag verschickten sie Investmenteinladungen, Liebesbotschaften und falsche Versprechen. Sie "mästeten die Schweine", bis der Moment kam sie "zu Schlachten".
"Pig Butchering"
Diese Masche "Schweinemast-Betrug". Sie beginnt wie eine Liebesgeschichte und endet als Finanzkatastrophe. Betrüger bauen Vertrauen auf, reden über Gefühle und führen ihre Opfer behutsam zu gefälschten Investitionsplattformen. Wenn dort scheinbare Gewinne auftauchen, investieren die Opfer mehr und mehr. Eines Tages ist dann der Zugang gesperrt und alles verloren, für den Investor. Doch das ist nur ein Teil ihres kriminellen Imperium's. Die Ermittler deckten ein Netzwerk auf, das auch sexuelle Erpressung, Geldwäsche, Menschenhandel und sogar Folter und Mord umfasst haben soll.
Im Jahr 2024 verloren amerikanische Menschen mindestens 10 Milliarden USD durch südostasiatische Betrugsmaschen. Chen Zhi's Prince Group spielte dabei eine Schlüsselrolle. Diese Betrugszentren arbeiten global, unterstützt von lokalen Netzwerken > sogar in New York. Dort täuscht das "Brooklyn-Netzwerk" Anleger, wandelte ihr Geld in Krypto um, wusch es weiter und leitete es zurück an die Prince Group in Kambodscha. Alles wirkte perfekt inszeniert > scheinbare Gewinne, fingierte Trading-Apps und am Ende absolute Stille.
Ex-Agent packt aus
Die persönliche Zeugenaussage wirft Licht ins Dunkel. Der frühere Insider gibt an, kein gewöhnlicher Angestellter der Prince Group in Kambodscha gewesen zu sein, sondern ehemaliger Geheimagent. Nach seinen Angaben erhielt er vor etwa drei Jahren den Auftrag, einen regimekritischen Karikaturisten aus Japan nach Kambodscha zu locken und anschließend nach China zu verschleppen und für diese Operation benötigte er eine glaubwürdige Tarnung. Die Prince Group stellte diese bereit. Er, trat als Planungsleiter der Prince-Immobiliengruppe auf und konnte so seine geheimdienstliche Operation verdeckt durchführen. Die Darstellung zeigt das nicht ur Chen Zhi's starke Vernetzung in Kambodscha, sonden deutet auch auf eine enge Zusammenarbeit der Prince Group mit chinesischen Sicherheitsbehörden hin. Es erscheint die Prince Group nicht nur als kriminelles Netzwerk, sondern zugleich als ein Instrument für politische Operationen und Geheimdienstaktivitäten der chinesischen Behörden.
Die Welt-Netzfalle
Onlinebetrug kennt keine Grenzen. Was in Kambodscha begann, trifft inzwischen auch Germany. Allein in Bayern wurden zwischen 2021 und 2024 über 370 Betrugsfälle von Pig Butchering registriert. Viele weitere blieben unangemeldet. Die "Deutsche Presse" berichtete von Opfern aus allen Lebensbereichen, es sind Unternehmer, Lehrer, Rentner und Pensionäre.
FAZIT
Das Geld fließt von deutschen Konten in Kryptobörsen, dann weiter nach Kambodscha, Myanmar oder die Philippinen und schließlich zu Organisationen wie der Prince Group. Hinter Chen Zhi steht eine transnationale "rote Geldkette", in der wirtschaftliche Macht und politische Kontrolle ineinandergreifen.



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