Leben wir in einer Kriegswirtschaft?
von Jürgen Heinz Peter Deutsch / Freelancer / @Deutsch_Zeit
ANALYSE
Rohstoffe, Technologie, Kontrolle:
Ist die Kriegswirtschaft auf Kurs?
Die Welt habe die Friedensökonomie hinter sich gelassen und befinde sich in einer Phase dauerhafter Konfrontation. Nicht mehr Effizienz, Preis oder Innovation ent-scheiden über Wohlstand und Macht, sondern die Kontrolle strategischer Engpässe: Rohstoffe, Energie, Technologie und industrielle Schlüsselkapazitäten. Staaten handeln wieder wie in Kriegszeiten mit Industriepolitik, Subventionen, Exportkontrollen und politisch gelenkter Lieferketten.
Wer glaubt, Wirtschaft lasse sich von Machtpolitik trennen, hat die "Neue Weltordnung" nicht verstanden.
Kriegswirtschaft im Dritten Reich
Gerade für uns deutsche ist der Begriff immer noch historisch vergiftet, verbunden mit totaler Mobilmachung, staatlicher Zwangslenkung und der Unterordnung nahezu aller wirtschaftlichen Aktivitäten unter militärischer Ziele. Als historisches Beispiel gilt der Vierjahres Plan ab 1936 unter Hermann Göring. In der damals geheim gehaltenen ,,Denkschrift über die Aufgaben eines Vierjahresplans" schließt Adolf Hitler im August 1936 mit den Worten: ,,Ich stelle damit folgende Aufgabe:
I. Die deutsche Armee muß in 4 Jahren einsatzfähig sein. II. Die deutsche Wirtschaft muß in 4 Jahren kriegsfähig sein.
Ära der Friedenswirtschaft nach dem "Kalten Krieg"?
Mit dem Ende des Kalten Krieges 1989, herrschte eine Friedenswirtschaft vor. Die Spielregeln waren ziemlich einfach: globalisierte Lieferketten, minimale Lagerhaltung, Wettbewerb über Effizienz und Kosten, eine begrenzte staatliche Industriepolitik. Dazwischen erlebte die Weltwirtschaft Phasen der Krisenökonomie, etwa während der Finanzkrise oder der "Corona-Pandemie. Hier griff der Staatdurch gesetzliche Regelungen und Subventionspolitik temporär jedes Mal massiv in das Gefüge der Wirtschaft ein. Die Logik der Markwirtschaft wurde auch hier am Ende nicht dauerhaft verlassen und von einer klassischen Kriegswirtschaft kann keine rede sein, da es weder eine umfassende staatliche Zwangslenkung noch eine systematische Unterordnung der gesamten Wirtschaft unter militärische Ziele gibt. Gleichzeitig erleben wir eine Zunahme von Handelsbeschränkungen, Subventionen, Industriepolitik und sicherheitspolitischen Vorgaben, welche tiefer in Investitionsentscheidungen und Lieferketten eingreifen. Der Markt existiert weiter, wird jedoch zunehmend von strategischen Interessen überformt. Die Spielregeln haben sich verändert.
FAZIT
Treffender ist der Begriff einer Übergangsökonomie. Markmechanismen gelten weiterhin, werden aber zunehmend von sicherheitspolitischen Erwägungen überlagert.
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