Gesellschaftliches "Sie" oder "Du" mit der Wirksam- und Wirtschaftlichkeit
>DEM DEUTSCHEN VOLKE<
Der Deutsch-Blick - @Deutsch_Zeit
von Jürgen Heinz Peter Deutsch / Freelancer / @Deutsch_ZeitVom Du als Nähe die keine ist, wenn alles Nähe ist, ist nichts mehr verbindlich
Die überbordende "Duzerei" ist kein Zufall, sie ist Strategie. Dienstleistungsunternehmen haben das "Du" als Wirksamkeitswerkzeug entdeckt. Es senkt Schwellen, simuliert Augenhöhe, verkürzt Prozesse und Nähe als Schmiermittel.
Wer duzt, muss weniger erklären, weniger rechtfertigen, weniger Verantwortung tragen. Das "Du" ist die Abkürzung durch den Diskurs. Es spart Zeit, kostet aber "Würde" und "Verantwortung".
Ein heller Menschen-Geist kann ein "Sie" wie ein "Du" klingen lassen - respektvoll, nah und klar. Umgekehrt kann das "Du" kalt, taktisch und instrumentell sein. Das intime "Du", samt der familiären Nähe, die es beansprucht, ist unangemessen. Es ist eine Grenzüberschreitung mit Lächeln. Eine Umarmung ohne Einladung. Das "Du" verspricht Gemeinschaft, ohne suche.
TACHELES
Denn mit der Duzerei kommt oft das große Egal. Unterschiede werden nivelliert, Zuständigkeiten verwischt, Kritik entwaffnet. Was bleibt, ist eine intellektuelle Erosion, die Politik und Gesellschaft gleichermaßen betrifft und wenn alles Nähe ist, ist nichts mehr verbindlich.
FAZIT
Nähe ist kein Selbstzweck. Respekt ist skalierbar, Vertrautheit nicht. Das "Sie" ist kein Relikt, sondern ein Instrument. Wer es beherrscht, kann Nähe herstellen, ohne Grenzen zu überschreiten.
> Wer es abschafft, ersetzt Kultur durch Kulisse <

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